Taiji Qigong Shibashi
Schule Rolf Oepen

Grundlagen des Qigong

Wichtig ist, dass bei Krankheiten zuvor ein Arzt befragt wird, ob Qigong-Übungen gesundheitsförderlich sind oder den Körper  zu sehr belasten können. Bevor ein Kurs besucht wird geben Sie bitte an, ob Sie zum Beispiel unter Bluthochdruck oder anderen Krankheiten leiden. Niemals sollte man sich überanstrengen, immer so weit gehen, wie es gut erträglich ist. Selbst wenige Übungen sind besser, als gar nicht zu üben. Ich selbst bin überzeugt, dass allein den Übungen zuzuschauen schon eine entspannte und wohltuende Wirkung haben kann.

Shibashi entfaltet seine Wirkung nicht indem man es schnell erlernt oder schnell und bis zum Anschlag ausführt. Das wäre sogar hinderlich. Unser Körper hat sich so viel Zeit genommen, um zu sein wie er ist. Geben Sie ihm auch die Zeit, sich neu auszurichten.

Panta rhei - alles fließt. Dies wusste nicht schon Heraklit, sondern es war auch den "alten Chinesen" bewusst. Und: alles ist mit allem verbunden. Damit unser Körper und unser Geist ausgeglichen und entspannt sein kann, muss Qi frei fließen können. Hierzu bedarf es einiger Grundlagen. Die Vorbereitungen für die Übungen finden Sie  hier.

"Not to touch is not to teach"

Dies war und ist der Grundsatz von Master John Ding und ich habe gelernt, dass es wahr ist. Man kann Qigong, Shibashi, Taiji Chuan nicht durch Bücher oder Videos lernen. Man sieht oder liest zwar, was passiert oder passieren soll. So sieht man jedoch nur die äußere Schale. Was im Innern des Körpers passiert, wie sich im Innern das Gewicht verlagert oder ob eine Bewegung korrekt ausgeführt wird: das kann man nur spüren, wenn man es durch einen Lehrer und durch Partnerübungen austesten kann.

Wie oft dachte ich eine Bewegung verstanden zu haben und zu beherrschen. Bis mich eine Partnerübung eines Besseren belehrte und ich erst dadurch merkte, wo ich angespannt war, nicht losgelassen habe oder einfach mit purer Kraft mein Ziel erreichen wollte. Wie gut, dass ich mit anderen lernen durfte.

In Zeiten von Kontasktsperren ist dieser Grundsatz natürlich schwierig einzuhalten. Per Live-Stream können jedoch erste Grundlagen vermittelt, können Übungsreihen gemeinsam einstudiert werden. Zur Vertiefung und Feinjustierung bedarf es jedoch des Unterrichts und der Übungen mit dem Kontakt zu anderen. Von der Freude am gemeinsamen Lernen und Üben mal ganz abgesehen.

"Empty the chest"

Hierbei geht es darum, die Spannung aus dem Körper zu nehmen. Wenn der Körper von den Haarwurzeln bis zu den Zehen angespannt ist kann nichts fließen. Oft begegnet man im Qigong und Tai Chi den Begriffen "voll" und "leer" - "oben leer und unten voll" bedeutet zum Beispiel, dass man im oberen Körperbereich loslässt, um zum Himmel zu wachsen und im unteren Körperbereich fest und stabil in den Boden verwurzelt ist. Gleiches gilt auch bei Wechsel des Gewichts von einem auf das andere Bein. Das belastete Bein ist "voll", das nicht belastete Bein ist "leer".

"Fill the stomach"

Hiermit ist das Zentrum, das untere Dantien, gemeint. Es befindet sich ca. zwei Finger brait unter dem Bauchnabel. Alle Bewegung geht von hier bzw. in der Verlängerung vom Becken aus und somit ist es ein zentraler Punkt auf dem man sich konzentrieren sollte. Hierbei hilft die Atmung in den Bauch hinein.

"Weaken the mind"

Mit dem Ärger über den Chef, die Herausforderungen der Projektarbeit oder dem Einkaufszettel für später im Kopf lässt es sich nicht gut üben. Deshalb ist es wichtig "runter zu kommen", zu entspannen und sich den Übungen hinzugeben. Hierbei können Visualisierungen helfen, Atemübungen oder auch eine gute Tasse Tee und ein entspannter Austausch mit anderen TeilnehmerInnen in ausreichender Zeit vor den Kursen.

"Strongen the bone"

Neben der Balance von Yin und Yang ist es wichtig, dass der ganze Körper zentriert und in einer Linie ausgerichtet ist. Das Aufrichten der Wirbelsäule gehört ebenso dazu wie das synchrone sinken lassen der Schultern und des Brustbeins. Der Körper ist stabil und über beide Körperhälften ausbalanciert.

 
 
 
 
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